Rosmarinus officinalis
Rosmarin

Rosmarin liebt Sonne und Wind. Er ist im Süden heimisch, und speichert die Kraft der Sommersonne in seinen nadeligen, aromatischen Blättern voller Heilkraft. Bienen lieben seine blauen, violetten oder weißen Blüten, die im Juni erscheinen. Rosmarin ist immergrün.

Kultur
Die meisten Rosmarin-Arten sind bei uns in Norddeutschland nur bedingt winterhart. Es gibt ein paar Neuzüchtungen, so z. B. die Sorte 'Arp', die die meisten unserer Winter im Freiland überdauern; in dem langen, späten Winter vor drei Jahren sind mir (und, wie ich gehört habe, allen anderen Norddeutschen auch), meine beiden großen, gut eingewachsenen Rosmarinbüsche allerdings trotz ihres sehr geschützten Standortes eingegangen. Aber ich habe neue gesetzt, denn Rosmarin gehört zu den Heilpflanzen, auf die mein Garten nicht verzichten will! Pflanzen Sie Rosmarin ins Freiland an einen gut durchlässigen Standort; wenn Sie schweren Boden haben, sollten Sie ein großes Pflanzloch ausheben und reichlich Sand oder Kies einarbeiten. Schützen Sie die Büsche im Winter mit Reisig oder Tannengrün. Rosmarinbüsche im Freiland werden sehr stattlich, wenn sie sich am Standort wohl fühlen. Der Hauptaustrieb erfolgt nach der Blüte; dann kann man sie zurückschneiden. Alles, was man abgeschnitten hat, kann man gleich für Küche und Hausapotheke weiterverarbeiten.

Die empfindlicheren Sorten muss man im Kübel ziehen; dazu muss ich gleich sagen, dass Rosmarin im Kübel heikel zu überwintern ist. Er leidet sehr unter trockener Luft und mag es hell - es versteht sich also schon von selbst, dass er mit Heizungsluft oder dunklen Kellerräumen im Winter nicht glücklich ist. Oft verdorrt er einfach. Deswegen: lassen Sie Ihren Rosmarin im Kübel draußen stehen, solange es nicht friert. Erst wenn wirklich Frost angesagt ist, sollten Sie ihn ins Haus holen (hier an einen möglichst kühlen, hellen Platz) und dann auch gleich wieder heraustragen, wenn der Frost vorbei ist. So wird er den Winter gut überstehen (und gerade im Winter können wir alle doch ein bisschen Bewegung gebrauchen....). Im Frühjahr sollten Sie ihm dann mindestens alle zwei Jahre einen größeren Kübel gönnen. Das Substrat sollte gut durchlässig sein; ich mische für meinen Rosmarin je einen Teil torffreie Blumenerde, Kompost und Sand. Gern kann man noch etwas Urgesteinsmehl und Bodenaktivator beimischen. Geben Sie ihm – wie allen anderen Kräutern im Kübel auch – ab und an einen Schluck Dünger. Am besten eignen sich Flüssigdünger auf Trester- oder Melassebasis oder selbstgemachte Pflanzenjauche.

Heilwirkung
An der straffen, aufrechten Gestalt des Rosmarins erkennt man schon seine klärende, aufrichtende Wirkung. Das erfrischende Aroma macht wach, regt an und lässt durchatmen. Rosmarin stärkt den Kreislauf und das Herz, fördert die Durchblutung, hat antimikrobielle Wirkung und löst Verspannungen. Wer nach einem anstrengenden Tag noch fit für den Abend sein möchte, sollte ein Bad mit Rosmarinzusatz nehmen. Ebenso gilt natürlich: wer schlecht schläft und Probleme mit dem Einschlafen hat, sollte sich am Abend von Rosmarin fernhalten. Wie alle stark aromatischen Kräuter regt er die Verdauung an und bringt die Säfte zum Fließen. Bei Atemwegserkrankungen empfiehlt sich ein Kopfdampf mit frischem Rosmarin oder Rosmarinöl (ätherische Öle für Kopfdämpfe sollten immer SEHR! vorsichtig dosiert werden – sonst brennt's). Die Kinder der bekannten Kräuterexpertin Juliette de Bairacli Levy berichten, dass ihre Mutter sie immer mit Rosmarin behandelt hat – ganz egal, was sie hatten. Sie selbst schreibt, dass sie Rosmarin gepflanzt hat, wo immer sie lange genug war, um einen Garten anzulegen. Rosmarin gehört wirklich zu den Allheilmitteln und sollte in keinem Kräutergarten fehlen.
In der Duftlampe hilft eine Mischung aus Rosmarin und Zitrone oder Orange bei allen Arbeiten, die Konzentration erfordern. Wenn es keine Duftlampe gibt, kann man auch je zehn Tropfen Lavendel, Zitronenverbene und Rosmarin auf 10 ml Öl geben und sich damit die Schläfen einreiben, wenn die Arbeit am Bildschirm zu ermüdend wird. Auch gut am Steuer!

Verwendung in der Küche
Frischer Rosmarin harmonisiert besonders gut mit Knoblauch und passt zusammen mit diesem natürlich besonders gut zu Lamm und Kaninchen. Auch Röstkartoffeln (gekochte Kartoffeln längs halbieren und mit den Schnittstellen auf ein geöltes Backblech legen; im Ofen backen, bis sie goldgelb und knusprig sind) und Zucchini sind mit ein paar frischen Rosmarinblättchen sehr lecker. Verwenden Sie keinen getrockneten Rosmarin zum Kochen; er wird sehr schnell ranzig und schmeckt dann muffig. Wenn Sie sich das herrliche Aroma des Rosmarin für den Winter konservieren wollen, sollten Sie ihn in Olivenöl mazerieren. Und das geht so: geben Sie soviel Rosmarinblätter, wie Sie halt haben, in ein weithalsiges Glas. Gießen Sie mit Olivenöl auf, bis sie alle bedeckt sind (das ist wichtig! Was oben heraussteht, ist sehr anfällig für Schimmel). Stellen Sie das Ganze für drei Wochen an einen sonnigen Platz. Abseihen und eine Woche stehen lassen; dann noch einmal dekantieren. Wunderbar zu Tomatensaucen, deftigen Eintöpfen und Braten und auch gut als Einreibung bei Muskelschmerzen und Verspannungen!