Calendula officinalis - Ringelblume

Vom Frühsommer bis zum ersten Frost schmückt die Ringelblume mit ihren gelben und orangefarbenen Sonnenblüten unseren Garten. Sie strahlt wirklich wie die Sonne selbst – und in ihr können wir diese Lichtenergie für den Winter erhalten. So versteht es sich fast von selbst, dass die Ringelblume sonnige Sommer und vollsonnige Standorte ganz besonders liebt. Sie ist schön in rustikal-romantischen Wildblumensträußen, macht sich aber auch in Kombination mit dunkelblauem Rittersporn, mit Edeldisteln oder Ehrenpreis gut. Die jungen Blätter kann man essen; sie haben einen frisch-würzigen, angenehmen Geschmack, der gut zu Schnittlauch und Petersilie passt, zum ersten Frühlingssalat mit wilder Rauke und Gänseblümchenblättern und in den Kräuterquark zu neuen Kartoffeln. Wer einmal Ringelblumen im Garten hatte, wird sie nicht wieder los – und wird sie auch nicht mehr missen mögen.

Kultur
Ringelblumen sind anspruchlose Einjährige, um die der Gärtner sich kaum kümmern muss. Wenn sie sich einmal im Garten angesiedelt haben, wachsen sie immer wieder und breiten sich ganz ungeniert aus. Wer sie an einem bestimmten Platz haben möchte, sollte Samen abnehmen und sie im Frühjahr direkt ins Freiland aussäen. Man kann die kleinen Pflänzchen auch sehr gut noch umsetzen. Die einzelne Ringelblume beansprucht recht viel Platz, wenn sie ihn hat; 20 cm zu jeder Seite sollte man ihr lassen. Die jungen Pflanzen, die man ausdünnt, kann man in den Kräuterquark oder in den Salat geben – wenn sie noch sehr klein sind. Die älteren Blätter sind eher zäh und deftig. In sehr trockenen Sommern bekommen Ringelblumen irgendwann unweigerlich Mehltau; wenn das geschieht, sollte man sie beherzt auf 15 cm Höhe zurückschneiden und in den Wochen darauf ab und an gießen. Dann treiben sie wieder durch. Auch wenn sie von schwarzen Läusen befallen sind, kann man alle befallenen Teile einfach abschneiden. Ringelblumen blühen den ganzen Sommer über, wenn man die abgeblühten Blüten regelmäßig entfernt – oder die frischen Blüten, falls man sie verwenden will. Aus den Blüten kann man Salbe, Tinktur und Tee machen, man kann sie frisch oder getrocknet in klare Rindfleisch- oder Hühnersuppen geben, denen Sie Farbe und Würze geben. Die abgezupften Blütenblättchen bringen Leben auf den Salatteller (besonders hübsch, wenn auch noch Borretsch- und Kapuzinerkresseblüten dazukommen!)

Heilwirkung
Die Ringelblume gehört zu unseren bekanntesten Wundkräutern. Sie fördert die Gewebsbildung und schließt Wunden von außen nach innen (daher ist sie so wertvoll zur Behandlung offener Beine). Als Salbe oder in Cremes hilft sie bei vielerlei Hautproblemen, bei Ekzemen und Sonnenbrand, bei Hautrötungen und Schürfwunden. Ringelblumentee beruhigt gereizte Schleimhaut von Magen und Darm. Er hilft der Leber bei der Entgiftung und ist zudem noch lecker. Bereiten Sie sich im Sommer doch einmal diesen Abendtee zu, der schöne Träume macht und blumig schmeckt: ein paar Lavendelblüten und ein paar Ringelblumenblüten mit einigen Zweiglein Zitronenverbene in eine Glaskanne geben und mit kochendem Wasser übergießen. Zehn Minuten ziehen lassen. Schaut auch hübsch aus!

Die Blüten der Ringelblume kann man in Weingeist einlegen und nach vier Wochen abseihen; mit dem so entstandenen Ringelblumenauszug kann man Wunden desinfizieren, oder bei Zahnfleischentzündungen spülen. Mit Wasser oder Hydrolat verdünnt ergibt Ringelblumenauszug ein schönes Gesichtswasser, das für jede Haut geeignet ist.


Rezept
Ringelblumensalbe
Erhitzen Sie 150 g Olivenöl im Wasserbad auf 45 Grad (falls Sie kein Thermometer haben: man sollte noch in das Öl reinfassen können, ohne sich zu verbrennen!). Geben Sie zwei Handvoll Ringelblumenblüten dazu. Lassen Sie die Blüten zwei Stunden lang im warmen Öl ziehen. Danach darf alles zusammen abkühlen und noch einen Tag lang weiterziehen. Seihen Sie jetzt das Öl ab (am besten durch ein mit Küchentuch oder Kaffeefilter ausgelegtes großes Teesieb). Schmelzen Sie 20 g gelbes Bienenwachs im Wasserbad, geben Sie das Öl dazu, rühren Sie einmal kräftig durch und füllen Sie die Salbe in saubere Tiegel. Wer mag, kann noch mit ein paar Tropfen Lavendelöl beduften.
Ringelblumensalbe sollte, wie alle fetten Salben, nicht auf offene Wunden gegeben werden. erst wenn die Wunde sich geschlossen hat, darf Fett drauf. Offene Wunden kann man zum Beispiel mit Ringelblumentinktur oder reinem ätherischem Lavendelöl desinfizieren.